Zurück zur NatUR - Die wichtigsten Fakten im Überblick

Hitzewellen, Trockenheit, Überschwemmungen, heftige Stürme, Kaltfronten - die Reaktionen der Natur auf unsere egozentrische Lebensweise in verheerenden Ausmaßen. Doch solche Szenarien werden immer heftiger, häufiger und in kürzeren Abständen auftreten, sagt der Klimareport der Europäischen Umweltagentur (EUA).

Hauptgrund ist die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdöl, Kohle und Gas. Deren Verwendung setzt Energie frei, die in Form von Treibhausgasen zur globalen Erderwärmung beiträgt. Die wichtigsten Treibhausgase sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2 - hauptsächlich aus der Verbrennung von Erdöl und -gas, Kohle, u.a. auch bei Müllverbrennung), Methan und Stickstoffoxyd (aus der Landwirtschaft und durch geänderte Bodennutzung), Ozon (durch die Abgase der Kraftfahrzeuge) und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW - in der Industrie): Das Erdklima wird durch einen ständigen Fluss von Sonnenenergie bestimmt, welche als sichtbares Licht zu uns gelangt. 30% davon werden sofort in den Weltraum zurückreflektiert, doch die restlichen 70% dringen zum größten Teil durch die Atmosphäre und erwärmen die Erdoberfläche. Als Infrarot - oder Wärmestrahlung gibt die Erde diese überschüssige Energie wieder ab. Unsere Treibhausgase verhindern jedoch, dass die Infrarotstrahlen auf direktem Weg in den Weltraum zurückgelangen. Da sich der perfekte Organismus der Natur diesem Klimasystem anzupassen versucht, ist die Auswirkung davon die globale Erwärmung der Erdoberfläche und der unteren Atmosphäre. Aus den Klimaarchiven (Unterlagen, die Auskunft über die klimatische Vergangenheit geben), geht hervor, dass die Lufttemperatur im 20. Jh. um 0,6C angestiegen ist, doch man rechnet mit weiteren 5 Grad, was als Änderung des Klimas sehr viel ist. Am ausgeprägtesten war die Erwärmung von 1910-45 und von 1976 bis heute. Die hat mitunter die kontinuierliche Schmelzung der Polkappen zur Folge; man erwartet den Anstieg des Meeresspiegels von mindestens 15-95 cm bis zum Jahre 2100. Doch allein das Abschmelzen des Ross-Schelfeises (das ist eine Eisfläche so groß wie Frankreich, die das halbe Rossmeer in der Antarktis bedeckt), so prognostizieren die Wissenschaftler, würde einen Meeresanstieg von bis zu 6m bedeuten. Es würde zu noch schwerwiegenderen Überschwemmungen in den Küstenregionen kommen, auch durch die Zunahme an Niederschlägen durch die verstärkte Verdunstung, die ganze Städte versinken lassen könnten - unzählige Menschenleben würden gefordert werden. Durch den Rückgang der Gletscher wird Skifahren bald eine Seltenheit sein - die Jahreszeit wird aussterben, meinen manche. Die das Klima regulierenden Wälder und tropischen Urwälder (Regenwälder), welche die CO2 - Emissionen (die von einer Quelle abgelassenen Stoffe) absorbieren, werden des Gewinns wegen abgeholzt, anstatt die Natur auch hier zu unterstützen.

Die Klimazonen und somit Ökosysteme und landwirtschaftlich genutzten Gebiete könnten sich in den mittleren Breiten um 150 - 550 km zu den Polen verlagern. Das würde bedeuten, dass Wälder, Wüsten, natürliches Weideland neuen klimatischen Bedingungen bzw. Belastungen ausgesetzt wären: Arten würden aussterben oder sich rasant vermehren, Ernten zerstört, Trinkwasser könnte knapp werden. Hungersnöte und Krankheiten würden ausbrechen. Kurzum: Man würde nicht mehr mit der scheinbar unaufhaltsamen Entwicklung mithalten können, noch gegen sie ankommen und sie kontrollieren.

Es ist ein absolut rationales Umdenken vonnöten, um die Tendenz der Erde zum völligen Chaos hin umzulenken. Dafür müsste das soziale Denken dominieren, um ein gemeinsames Projekt zu starten, das die Senkung der Treibhausgase als Ziel voraussetzt.

Hier nun einige wesentliche Ratschläge für jeden Einzelnen von uns, mit deren Befolgung ein jeder selbst etwas zur Besserung der Umwelt beisteuern könnte:

  • Anstatt den Treibhausgaseffekt mit Hilfe der Benutzung von Autos anzukurbeln, sind Busse und Züge bis zu fünf Mal so effizient. Das spart Platz auf den Straßen, was weniger Stau bedeutet, welcher besonders umweltschädlich ist. Allem vorzuziehen ist jedoch nach wie vor das Rad oder das Fortbewegen zu Fuß.
  • Bei Reisen wären Zügen vor Flugzeugen der Vorzug zu geben, denn ein Zug verursacht bis zu 85% weniger Luftverschmutzung und benötigt 70% weniger Energie.
  • Gerät man in einen Stau, so macht es, bei einer Wartezeit von über 30 Sekunden, Sinn, den Motor abzustellen.
  • Der Spritverbrauch kann durch Einsatz eines Tempomats deutlich reduziert werden.
  • Es ist ratsam, regelmäßig den Luftdruck der Autoreifen zu prüfen, da der Benzinverbrauch bei Unterdruck rapide steigt.
  • Gebrauchte Autoreifen lassen sich wieder- bzw. weiterverwerten. Umweltfreundlich zu handeln wäre es, runderneuerte Reifen zu kaufen.
  • Nach wie vor steht auch die Mülltrennung an oberster Stelle: aus sortenreinem Abfall kann die Wiederverwertung besser durchgeführt und Geld eingespart werden. Beim Recyceln ist es bei bestimmten Materialien, wie z.B. bei Glas, üblich, es mit 50% recyceltem und 50% neuem Glas herzustellen.
  • Die Neuproduktion von Aluminium ist mit besonders hoher Umweltbelastung und Aufwendigkeit verbunden, daher sollte dessen Gebrauch eingestellt werden. Ebenso sollte man besser Frischhaltefolien als Alufolien verwenden.
  • Recycling-Papier besteht zu 100% aus Altpapier. Bei der Herstellung werden Rohstoffe und 25-70% Treibhausgase gespart, also erheblich weniger Energie verbraucht, als bei weißem Normalpapier.
  • Die Verwendung von Plastik wäre weitgehend einzuschränken, da hier das Recyceln einerseits sehr kostenaufwendig ist, andererseits aber auch durch das Zutun von Stoffen die positive Seite am Wiederverwerten aufgehoben wird.
  • Schalten Sie unnötig angeschaltete Geräte wie Fernseher, Computer, Lichter etc. aus.
  • Rentabel ist die Verwendung von energiesparenden Kompakt-Leuchtstofflampen vor Glühlampen. Zweitere sind nur dann wirtschaftlich, wenn sie täglich nicht länger als 1,5 Std. eingeschaltet werden. Energiesparlampen verbrauchen bei gleicher Helligkeit rund 80% weniger Strom und brennen sogar bis zu acht Mal länger als herkömmliche Glühlampen.
  • Jedes Grad Raumtemperatur weniger senkt die Heizkosten um 6% - Energie wird aufgespart.
  • Der Kauf von Regenwald(Teak-)holz fördert die Wälderabholzung!
  • Der Kauf von heimischen Produkten senkt Transportkosten!
Als erster Schritt in die richtige Richtung und als Denkanstoß gilt folgende Weisheit von dem Philosophen Ignatius von Loyola:
"Der Mensch, der es unternimmt andere zu bessern, verschwendet seine Zeit, wenn er nicht bei sich selbst beginnt."
In diesem Sinne: Auf ein gemeinsames, erfolgreiches Energiesparen!

Quellen: www.3sat.de, www.fr-aktuell.de, www.de.wikipedia.org
30.11.2005 (RK/EcZ)